Digest #380, Orakulität #1
Die Frage an das Internet Orakel lautete:
> Oh Du allwissenumfassendes Wesen, dessen Gehoern immer gut geputzt ist! > > Kannst Du mir nicht einen Kurzkurs in Daenisch geben? > > In groesster Dankbarkeit > Deine Supplikantin
Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:
} Hoere, unwissende Supplikantin. } } Eines musst Du ueber Daenen wissen: Sie sagen nie das was sie meinen und } meinen nie das, was sie sagen. Um in Daenemark zu ueberleben, musst Du } Dich also genauso verhalten. Gehe in einen Laden und bestelle Öl und } Spisser. Wenn Du wider erwarten keine braune Fluessigkeit und } gutbuergerliche Daenen bekommst, wuensche dem Verkaeufer einen guten Tak } (oder, wenn er nicht so gut gelaufen ist, einen mange Tak) und } bezahle. Zu diesem Zwecke solltest Du Dich vor der Reise mit Kronen } und Ören eingedeckt haben (erhaeltlich beim Juwelier und im } Naehwarenladen). Doch das kann teuer werden. Ich empfehle da eine } Kreditkarte, denn bekanntlich spricht die Welt ja Visa. } } Dein allwissendes Orakel. } (inkarniert durch Frido) } } _Demnaechst im Programm_______________________________________ } + Kurzkurs Visa: Die Welt verstehen lernen } + Kurzkurs Russisch: Oder wer den Langlaufski erfunden hat. } + Kurzkurs Franzoesisch: Auch mal die Sprache lernen. } =============================================================
Digest #380, Orakulität #2
Die Frage an das Internet Orakel lautete:
> Stets weises Orakel, > Futterer des Neugiers, > > Warum stellen kleine Kinder immer die gleichen Fragen?
Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:
} Weil sie nie die gleichen Antworten darauf bekommen. Jedenfalls solange
} nicht, bis sie die Nervgrenze der Befragten erreicht haben.
}
} Die kleinen Jungs bekommen dann immer nur eine Antwort ("Sei ein Mann und
} geh spielen!") Das zieht sich solange hin bis sie gross und Maenner werden,
} dann wollen sie auch immer nur das eine.
}
} Die kleinen Maedels dagegen werden mit Rueckfragen abgespeist ("Wozu
} willst DU denn das wissen?") - worauf sie sich zu raetselhaften Frauen
} entwickeln.
}
} Du schuldest dem Orakel eine Frage der anderen Art.
Digest #380, Orakulität #3
Die Frage an das Internet Orakel lautete:
> Oh allwissendes Orakel, bitte sag mir, warum ist das Zusammenleben zwischen > Maenner und > Frauen nur so kompliziert?
Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:
} Eine Frage, die sich immer mehr Menschen Deines Kulturkreises stellen. } } Die Antwort ist natuerlich im Bereich der Kommunikation zu suchen. } } Ich gebe es nicht gerne zu, doch es liegt an den Maennern, da Frauen fuer } ihren Hormonhaushalt ja (noch) nicht verantwortlich gemacht werden koennen } und somit ein wenig Verstaendnis von der anderen Seite fuer eine harmonische } Beziehung ausreichen wuerde. } } Doch ich will nicht alle Maenner in einen Topf werfen. Man kann sie } relativ genau in drei Kategorien aufteilen: } } Maenner der Kategorie A sagen zwar etwas zum richtigen Zeitpunkt, leider } ist es nur das Falsche. Dabei haelt 'er' sich solange fuer den Traummann, von } denen die Frauenzeitschriften immer berichten, bis 'sie' ploetzlich das } Weite sucht. } } Maenner, die eher in die Kategorie B fallen sagen genau das Richtige, } leider nur zum falschen Zeitpunkt. 'Er' merkt dann auch erst nach Ende der } Fussballsaison, dass sie nicht mehr da ist. } } Und dann bleibt noch Kategorie C, unterteilbar in Kategorie Cr: die } Maenner, die immer das Richtige zum richtigen Zeitpunkt sagen - die werden } schnell geheiratet, stehen auch kurzweilig nicht mehr dem freien Markt zur } Verfuegung und fuehren ein glueckliches Leben, bis nach ihrem Tod die } Erbstreitereien ausbrechen (schliesslich hatten sie ein so ausgeglichenes } Privatleben, } dass sie die Mega-Karriere durchziehen konnten) und die Kategorie Cf: } die Maenner, die immer zum falschen Zeitpunkt das Falsche sagen, was } dann schon wieder so schnuckelig und mitleiderregend ist, dass sie } schnell geheiratet werden, kurzweilig hoechstens aus Missverstaendnis } dem freien Markt zur Verfuegung stehen, und sie fuehren ein unheimlich } undurchschaubares, aber lustiges (fuer die verstehende Frau) Leben. } } Was soll ich bei so einem ernsten Thema noch sagen: Ausnahmen beachten die } Regel.
Digest #380, Orakulität #4
Die Frage an das Internet Orakel lautete:
> Oh Rakel, das Du in der Historie so bewandert bist, dass der > Gipsabdruck Deiner Fussstapfen den Regierungssitz der Vereinigten > Staaten bildet, > > Ich lese hier gerade von einer Aussage des Apelles, von Plinius > ueberliefert: "Kein Tag ohne einen Strich." Nun fragte ich mich doch, > ob das mit dem niedrigen Lebensalter der antiken Menschen zu tun hat. > > Untertaenigst, Dein Suplpikant.
Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:
} Oh zu erleuchtender Supplikant, } } im Grunde beruht das Ganze nur auf der erstaunlichen Menschenkenntnis, } die sich Plinius im Laufe seines Lebens angeeignet hat. Nehmen wir, um } dies zu verdeutlichen, mal den ganz normalen Tag eines } Durchschnittsroemers und, um es nicht zu einfach zu machen, klammern wir } den Beruf Schreiber (der den ganzen Tag nichts anderes macht als Striche } zu Papyrus zu bringen oder sie in Marmor o. ae. zu meisseln) und das } horizontale Gewerbe (obwohl der Strich damals sicher noch nicht so hiess) } aus: } } Ein anstaendiger Roemer, der was auf sich haelt, wuerfelt natuerlich gerne, } und wie werden da die Punkte gezaehlt? Na klar, die machen Strichlisten ... } Welcher einfache Buerger macht sich schon die Muehe, XVII und IV mit } roemischen Zahlzeichen zu addieren? Mal abgesehen davon, dass auch die } nur aus Strichen bestehen ... } Nachdem er also diesmal gluecklich gewonnen hat, moechte er zur Feier des } Tages seinen Gewinn dafuer verwenden, sich mal das Thermalbad von innen } anzusehen und auch zu benutzen ... schon im Eingangsbereich kommt ihm } aber der Thermae-Besitzer entgegen und macht ihm einen Strich durch die } Rechnung, naemlich schmeisst ihn raus ... der war der Verlierer des } Wuerfelspiels vorhin ... } Leicht genervt, kehrt unser Roemer also nach Hause in seine grosszuegige Ein- } Zimmer-Wohnung in einer typischen roemischen insula zurueck und muss nun } zu allem Ueberdruss noch feststellen, dass der Hausbesitzer allen Bewohnern } auferlegt hat, ihren Wohnungen einen neuen Anstrich zu verpassen ... } Und nach so einem Tag, werter Supplikant, seien wir doch mal ganz ehrlich, } haette auch ich die Nase ge-stri-chen voll. } } Wie Du also siehst, das Leben besteht nur aus Strichen ... Plinius hat hier } nur Wissen niedergelegt, was damals allgemein bekannt war. } } Du schuldest dem Orakel einen vierseitigen Wuerfel, ein Ticket fuers } Schwimmbad, einen Eimer weisse Wandfarbe und ein Taschentuch. Und } vielleicht die Komplettausgabe von Plinius. } } Das Orakel, inkarniert als Hesso } } PS an den werten Lateiner: Das heisst Supplikant (von supplicare), und einen } Appell schreibt man, weil von ad-pellere, immer noch mit zwei p. Lasse ich } aber wegen dem netten Bild mit den Vereinigten Staaten nochmal } durchgehen.
Digest #380, Orakulität #5
Die Frage an das Internet Orakel lautete:
> > Liebes Orakel, > > sage mir bitte dringend, wie die Erfinder des Usenets mit Vor - und > Nachnamen heissen
Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:
} 1,1 Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. } } 1,2 Und die Erde war wuest und leer, und Finsternis war ueber } der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte ueber den Wassern. } 1,3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. } 1,4 Und Gott sah das Licht, dass es gut war; und Gott schied das } Licht von der Finsternis. } 1,5 Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er } Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag. } } 1,6 Und Gott sprach: Es werde eine Woelbung mitten in den Wassern, und } es sei eine Scheidung zwischen den Wassern und den Wassern! } 1,7 Und Gott machte die Woelbung und schied die Wasser, die unterhalb } der Woelbung von den Wassern, die oberhalb der Woelbung waren. Und es } geschah so. } 1,8 Und Gott nannte die Woelbung Himmel. Und es wurde Abend, und es } wurde Morgen: ein zweiter Tag. } } 1,9 Und Gott sprach: Es sollen sich die Wasser unterhalb des Himmels } an einen Ort sammeln, und es werde das Trockene sichtbar! Und es } geschah so. } 1,10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Ansammlung der Wasser } nannte er Meere. Und Gott sah, dass es gut war. } 1,11 Und Gott sprach: Die Erde lasse Gras hervorsprossen, Kraut, das } Samen hervorbringt, Fruchtbaeume, die auf der Erde Fruechte tragen nach } ihrer Art, in denen ihr Same ist! Und es geschah so. } 1,12 Und die Erde brachte Gras hervor, Kraut, das Samen hervorbringt } nach seiner Art, und Baeume, die Fruechte tragen, in denen ihr Same ist } nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war. } 1,13 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein dritter Tag. } } 1,14 Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Woelbung des Himmels } werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie sollen dienen } als Zeichen und [zur Bestimmung von] Zeiten und Tagen und Jahren; } 1,15 und sie sollen als Lichter an der Woelbung des Himmels dienen, um } auf die Erde zu leuchten! Und es geschah so. } 1,16 Und Gott machte die beiden grossen Lichter: das groessere Licht zur } Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der } Nacht und die Sterne. } 1,17 Und Gott setzte sie an die Woelbung des Himmels, ueber die Erde zu } leuchten } 1,18 und zu herrschen ueber den Tag und ueber die Nacht und zwischen } dem Licht und der Finsternis zu scheiden. Und Gott sah, dass es gut } war. } 1,19 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein vierter Tag. } } 1,20 Und Gott sprach: Es sollen die Wasser vom Gewimmel lebender } Wesen wimmeln, und Voegel sollen ueber der Erde fliegen unter der } Woelbung des Himmels! } 1,21 Und Gott schuf die grossen Seeungeheuer und alle sich regenden } lebenden Wesen, von denen die Wasser wimmeln, nach ihrer Art, und } alle gefluegelten Voegel nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war. } 1,22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und vermehrt } euch, und fuellt das Wasser in den Meeren, und die Voegel sollen sich } vermehren auf der Erde! } 1,23 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein fuenfter Tag. } } 1,24 Und Gott sprach: Die Erde bringe lebende Wesen hervor nach ihrer } Art: Vieh und kriechende Tiere und [wilde] Tiere der Erde nach ihrer } Art! Und es geschah so. } 1,25 Und Gott machte die [wilden] Tiere der Erde nach ihrer Art und } das Vieh nach seiner Art und alle kriechenden Tiere auf dem Erdboden } nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war. } 1,26 Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns } aehnlich! Sie sollen herrschen ueber die Fische des Meeres und ueber die } Voegel des Himmels und ueber das Vieh und ueber die ganze Erde und ueber } alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen! } 1,27 Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild } Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. } 1,28 Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar } und vermehrt euch, und fuellt die Erde, und macht sie [euch] untertan; } und herrscht ueber die Fische des Meeres und ueber die Voegel des } Himmels und ueber alle Tiere, die sich auf der Erde regen! } 1,29 Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles samentragende Kraut } gegeben, das auf der Flaeche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an } dem samentragende Baumfrucht ist: es soll euch zur Nahrung dienen; } 1,30 aber allen Tieren der Erde und allen Voegeln des Himmels und } allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seele ist, } [habe ich] alles gruene Kraut zur Speise [gegeben]. } 1,31 Und es geschah so. Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und } siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der } sechste Tag. } } 1,32 Und Gott nuschelte in seinen Bart: ischdochganschnett. Und so } entstand das Usenet. Und das war ein Fehler, denn auf einmal fingen } die Menschen an, sich in ihren Wohnungen einzusperren, und die Nacht } zum Tag zu machen. Und den Tag zur Nacht. } 1,33 Und den Himmel bekamen sie nie wieder zu Gesicht. Und das Wasser } bekamen sie nie wieder zu Gesicht. Und die Realitaet[tm] wurde zu } einem Wort und vom Wort zum Gedanken und vom Gedanken zum Nichts. Und } niemand, ausser dem Menschen in de.talk.bizarre bemerkte das ueberhaupt. } 1,34 Und all das Kraut, und das Gras, und die Baeume und ihre Samen } bekamen sie nie wieder zu Gesicht. Und sie schufen ihre eigenen } Baumstrukturen im Usenet und erfreuten sich daran. Und die Leute in } de.alt.talk.kasper ganz besonders. } 1,35 Und die Sterne, und die Sonne, und den Mond bekamen sie nie } wieder zu Gesicht. Und sie tippten ihre eigenen Sterne, um zu Plonken } und zu Z*tten, als Wildcard, um B**l*f*ld-Diskussionen vor IHNEN zu } verstecken und fuer alt.ascii-art sowieso. } 1,36 Und sie bekamen die Tiere im Wasser und in der Luft nie wieder } zu Gesicht. Und es entstanden Diskussionen in de.comp.advocacy um } Voegel, die im Wasser Leben und um Fenster. Und weil mit der Zeit die } Fenster abgeschafft wurden, sah niemand nach draussen um die Voegel und } die Tiere im Wasser zu betrachten. } 1,37 Und die bekamen die Tiere der Erde und die Baumfruechte nie } wieder zu Gesicht. Und anstatt die Fruechte der Baeume zu essen, } bestellten sie Pizza, legten sich die Tiere in Scheiben darauf und } lasen de.rec.mampf. } 1,38 Und sie bekamen die anderen Menschen nie wieder zu Gesicht. Und } sie waren nicht fruchtbar und mehrten sich nicht, und diskutierten } dafuer um so mehr in de.talk.liebesakt. } 1,39 Und als Gott sprach: "So war das aber nicht gedacht!", verwiesen } die ihn auf de.newusers.* und de.alt.flame und diskutierten ihn in } Grund und Boden, bis er in einem Logikwoelkchen verpuffte. } 1,40 Und sie schufen ihr eigenes allwissendes und unsterbliches Wesen } in de.rec.orakel und auch wenn dessen Charakter ein wenig } wankelmuetiger ist, so erfreuten sie sich doch daran, denn sie konnten } ihm eine eMail schreiben und mussten die Haende nicht zum Beten von der } Tastatur nehmen. } 1,41 Und sie sahen, dass es gut war. } } Dein allwissendes und unsterbliches Orakel, } inkarniert als Frido. } } Du schuldest dem Orakel, auch den Rest der Geschichte der Aktualitaet } anzupassen.
Digest #380, Orakulität #6
Die Frage an das Internet Orakel lautete:
> Hi, > > oh grosses, artiges und grossartiges Orakel! Ich schaetze dich, > deine Juenger und mich selbst. Du bist unabdingbar, wenn es darum > geht, die taeglichen Banalitaeten aufzuklaeren, Wissenschaftler zu > foppen und die Situationen zu huldigen, denen etwas bizarres > anhaftet. Nun, grosses Orakel, habe ich eine fuer mich > unentbehrliche Frage, auf die ich eine hoffentlich noch > unentbehrlichere Antwort bekomme. > > Ich bastele an Webseiten; Seiten, auf denen sich Firmen > praesentieren, die mir Geld zahlen, damit ich sie peaesentieren > darf. Bisher mit nur durchschnittlichem erfolg. Jetzt, der > Kindheit entwachsen, moechte ich mich endlichen den grossen > Herausforderungen stellen. Wird es mir gelingen, die Pixelpark's, > id-media's und all die anderen stuemperhaften Hohlkoepfe aus dem > Weg zu schlagen und mir den meinen zu bahnen? > > Vielen Dank fuer deine ehrliche Antwort, oh grosses Orakel.
Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:
} Hoere mich an, unwuerdiger Supplikant, } } es ist im Grunde ganz einfach, mit dem stupidem Erstellen von Webseiten jede } Menge Kohle zu machen! Fang am besten in deiner Nachbarschaft an, weite dich } dann auf die Stadt aus, und von dort kannst du dann bald das Land und } vieleicht sogar die Welt erobern. Du musst dabei nur nach einem einfachem } Prinzip handeln: } } Suche dir irgendjemand, der keine Ahnung vom Internet hat. Am besten sind } hierfuer alte Menschen und Frauen geeignet. Es koennen auch kleine Betriebe } wie die Eisdiele um die Ecke oder die Grundschule aus dem Nachbarsdorf sein. } Wichtig ist nur, dass deine zukuenftigen Kunden nichts, aber auch rein } garnichts mit dem Internet oder mit Computern zu tun haben. } } Nun musst du den Kunden davon ueberzeugen, dass es heutzutage ein Muss ist, } eine Internetpraesenz zu haben, um der Welt sein Hobby, seine Firma oder } sein Magengeschwuer zu zeigen. Benutze dabei moeglichst viele Fremdwoerter, } das beeindruckt garantiert! } } Wenn deine Opfer^W^WKunden eingewilligt haben, laesst du dir von ihnen alle } moeglichen Daten zu ihrer Person oder Firma geben. Nicht dass du die spaeter } brauchen wuerdest, aber es gibt den Kunden ein gutes Gefuehl, dass sich } irgendjemand fuer ihr langweiliges Leben interessiert. } } Nun schmeisst du den ganzen Muell weg, bis auf die Anschrift und evt. ein } Foto des Betroffenden - aehh Betreffenden. Jetzt faengt die Programmierung } an. Dazu gehst du auf die Adresse <http://giga.de/>. Suche hier nach den } Webtipps und lasse dich von den vorgestellten Seiten inspirieren. Du wirst } schnell merken, dass eine erfolgreiche Website dem Prinzip "Inhalt ist } umgekehrt proportional zur Ladezeit der Flash-Animationen" folgt. Kopiere } jetzt den Quelltext der Seite, die dir am besten gefallen hat und arbeite } die Anschrift und evt. ein vorhandenes Foto deines Kunden ein. } } Dann noch einen manipulierten Counter drauf, bei FreeDoms eine tolle Domain } reservieren (mit Umleitung zu GeoCities) und du bist fertig. } } Jetzt dem Kunden noch die Rechnung schicken (hier auch wieder viele } Fremdwoerter benutzen). Wenn ein Kunde doch noch Fragen haben sollte, sag } ihm, er solle morgen mal die Kundenhotline (deine Telefonnummer) anrufen und } nach dem "Kundenservice" fragen. Du verstellst dann am Telefon die Stimme } und sagst "Bitte warten, Sie werden verbunden". Dann legst du den Hoerer } fuer ein paar Minuten weg und wiederholst das Prozedere so lange, bis der } Kunde auflegt. Er wird dann glauben, es mit professionellen Leuten zu tun } gehabt zu haben. } } Du schuldest dem Orakel, inkarniert als Jaywalker, die Olymp.org-Seite neu } zu gestalten.
Digest #380, Orakulität #7
Die Frage an das Internet Orakel lautete:
> Oh Ehrwuerdiges Orakel !!!!!!!!!! > > Ich weiss weder ein noch aus, aber du bist meine letzte Hoffnung, ohne dich > waehre ich verlohren. > > Meine WICHTIGE Frage: > Sind Nadeldrucker mit nadelnden Weihnachtsbaeumen verwand? > Und warum sind Tintenstrahldrucker so wasserempfindlich, wo doch > Tintenfische im Wasser leben? > > > Ich verlasse mich auf deine Antwort und stehe fuer immer in derner Schuld! > > DEIN EHRWUeRDIGER DIENER
Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:
} Mein lieber Untertan, } } zu Deinen Fragen: } } 1.) } Nadeldrucker sind NICHT verwand mit Nadelbaeumen (Weihnachtsbaeumen). } Das hat einen einfachen Grund, trotzdem muss ich etwas weiter ausholen, } damit es Dir hoffentlich plausibler erscheint. Fuer bekanntlich sind Nadeln } von Nadelbaumen gruen, aus komplexen organischen Verbindungen, relativ gross } dimensioniert und bei alten Weihnachtsbaeumen dementsprechend trocken. Zum } anderen sind Nadeln von Nadeldruckern silbrig glaenzend, aus anorganischem } Metall und transportieren eine eher feuchte Fluessigkeit. } Ich habe die gruenen Nadelbaumnadeln erschaffen, damit sie rote Punkte } oder Streifen ergeben, wenn sich mit menschlicher Haut in innigen Kontakt } treten. Das sieht witzig aus, und genau aus diesem Grund sind fuer gewoehnlich } Weihnachtsmaenner rot bekleidet (das verdeckt den sowieso blutrot } ueberstroemten Weihnachtsmannkoerper und hat hygienische Gruende). } Die Nadeldruckernadeln sind etwas langweiliger geworden erfuellen trotzdem } ihren Zweck, wenn sie mit einer Geschwindigkeit (die sehr gut ist) zuerst } auf (bunte) Gewebebaender, dann auf Celluloseflaechen herumstochern. Das tut } auch diesen weh, wird jedoch von euch Sterblichen mit arrogantester Arroganz } ignoriert. Um die Nadelstecheropfer zu befreien, habe ich uebrigens die } naechste Generation an Druckern erfunden. Den Tintenstrahldrucker. } Demnach zu Deiner zweiten Frage. } } 2.) } Tintenstrahldrucker sind NICHT wasserempfinlich und haben mit } Tintenfischen NICHT das allergeringste zu tun. } Tintenstrahldrucker sind wie gesagt die naechste Generation von Druckern, } damit Ihr Sterblichen seit Johann Gensfleisch zum Gutenberg nicht immer } alles von Hand aufs Papier bringen muesst. } Sie sind deswegen nicht so wasserempfindlich, da sie ja sowieso mit } Fluessigkeiten schiessen, die einen nicht zu unterschaetzenden Wassergehalt } haben. Da sind eher Tintenfische wasserempfindlicher, da sie fuer gewoehnlich } unter Wasser ihre Tinte in aeusserst wirren Mustern verspritzen und das sogar } nur in einer Farbe. } } Ich hoffe, Dein Hirn ein wenig erleuchtet zu haben, und dass Du nicht so } ein Nadeldruckermasochist sein magst. } } Du schuldest dem Orakel eine vom Weihnachtsmann von Hand geschriebene } Bibel aus dem 15. Jahrhundert und einen Tintenfischsalat.
Digest #380, Orakulität #8
Die Frage an das Internet Orakel lautete:
> Oh geographisches Orakel, das Du die ganze Erde wie Deine > Westentasche kennst, so beantworte mir doch bitte meine Frage: > > Neulich hoerte ich von einem Land namens Utopia. In diesem Land > sollte alles perfekt sein. Das ideale Urlaubsland, dachte ich > mir, und bin sogleich zum naechsten Reisebuero gelaufen, um einen > Urlaub dort zu buchen. Die Dame im Reisebuero hat mir > allerdings keine Reise dorthin verkaufen wollen, und irgendwie > hat sie mich so behandelt, als sei ich nicht ganz normal. > Deshalb wuesste ich jetzt gerne von Dir: Warum wollte man mir > im Reisebero keine Reise ach Utopia verkaufen? Und wie komme > ich doch noch dorthin?
Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:
} Hoere, reisefreudiger Supplikant, } } Der Tourismusbetrieb nach Utopia wurde vor gut einem halben Jahr } eingestellt, nachdem die zweite, potentielle Urlaubergeneration die } Berichte der ersten gehoert hat. Kannst Du Dir vorstellen, wie } demuetigend es ist, als langweiliger, normal aussehender, Bermudashort- } Tourist auf einem perfekten Strand zu liegen, um Dich herum nur } perfekte Leute, die, ihren perfekten Partner im Arm habend, mitleidig } auf Dich herunterschauen. Du traust Dich nicht mehr in die Disco, wo } perfekte DJs perfekten Taenzern perfekte Musik auflegen, ebensowenig } an dem Pool, wo perfekte Athleten perfekte Turmspruenge hinlegen und } ihre perfekt gebraeunten Koerper noch ein wenig perfekter zu } schattieren. Ziehst Du Dich dann in Dein perfektes Hotelzimmer } zurueck, siehst Du gerade noch, wie Dein perfektes Mittagessen von } perfekten Termiten abtransportiert wird. Nach einem verzweifelten } Sprung aus dem perfekten Fenster, landest Du weich im Fangtuch der } perfekten Rettungsleute mit dem schrecklichen Bewusstsein, dass Du } diesen Horror noch perfekte vier Wochen lang aushalten musst. Und } keine Chance zu entkommen, denn den perfekten Selbstmord gibt es } selbst in Utopia noch nicht. } Aber vielen Dank fuer den Tipp.. } } Das allwissende (und perfekte) Orakel, } inkarniert durch seine Urlaubsvertretung Frido. } } Du schuldest dem Orakel, bei seinem Dia-Abend dabei zu sein.
Digest #380, Orakulität #9
Die Frage an das Internet Orakel lautete:
> Oh Rakel, das Du in allen Wissenschaften dieser Welt bewandert bist, > und das Du die Paradoxa dieser Welt zum Fruehstueck verspeist, > > der Reduktionistische Ansatz in der Intelligenzforschung geht davon > aus, dass sich saemtliche Phaenomene, die das Bewusstsein und den Geist > darstellen, durch biologische Vorgaenge erklaert werden koennen. Die > Biologie geht weiterhin davon aus, dass die biologischen und > chemischen Prozesse im Koerper durch die zugrundeliegende Physik > verstaendlich werden. Nun haben die Physiker aber vor gar nicht > allzulanger Zeit entdeckt, dass physikalische Vorgaenge auf der > Quantenebene stark vom Beobachter, also von dem wahrnehmenden Wesen, > das ein Bewusst-Sein besitzen muss, abhaengen. Wie soll man da nur zu > einem Ergebnis kommen, was Geist und Intelligenz eigentlich sind? > > Dein ratloser Supplikant.
Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:
} Mit einem anderen als dem Reduktionistischen Ansatz? } } Es gibt (zumindest) zwei Bereiche, mit denen die Physik nicht } besonders gut umgehen kann: Das eine ist die Information. Fuer } einen Physiker sind Buecher genaugenommen nicht mehr als } Zellulose mit Druckerschwaerze drauf. Physikalisch gibt es } keinen Unterschied, ob man ein Buch von Karl Marx oder eines } von Karl May von einem Turm fallen laesst, wichtig ist fuer den } Physiker nur, dass es auch unten ankommt. } } Das Zweite, was den Physikern schwer zu schaffen macht, ist die } Chaostheorie. Eigentlich sind ja alle Faktoren, die bei einer } Lottoziehung eine Rolle spielen, bekannt, aber trotzdem gibt es } keine ueberdurchschnittlich hohe Zahl an Physikern unter den } Lottogewinnern. Aehnlich verhaelt sich neben dem Wetter auch } noch das menschliche Gehirn. Es ist nicht moeglich, die } Vorgaenge, die sich beim Denken abspielen, auch nur ansatzweise } nachzuvollziehen. Auch die Quantenphysik spielt dabei eine } nicht unerhebliche Rolle, weshalb man die zum Denken fuehrenden } Vorgange ohnehin nicht bis ins letzte Detail nachvollziehen kann, } das verhindert schon die Unschaerferelation. } } Deshalb wuerde ich den Redutionistischen Ansatz verwerfen, und } einen eher pragmatischen Ansatz waehlen: } } * Das Orakel ist unendlich intelligent. } * Je mehr jemand einer Meinung mit dem Orakel ist, desto } intelligenter ist er. } } So gesehen kann man die Orakel-Digests als praktische } Intelligenztests betrachten. } } Zum Schluss moechte ich Dich noch vor einem haufigen Trugschluss } bewahren. William Faulkner hat behauptet: "Intelligenz ist die } Faehigkeit, seine Umgebung zu akzeptieren." } } Den Fehler in dieser Ueberlegung hat Wieslaw Brudzinski aufgedeckt: } "Intelligenz, behaupten die Intelligenten, ist die Faehigkeit, sich } der Situation anzupassen. Wenn Du ein Buch verkehrt in die Hand genommen } hast, lerne, es verkehrt zu lesen. } } Du schuldest dem Orakel, inkarniert als LvQ, die praktische Mitarbeit } am naechsten Orakel-Intelligenztest.
Digest #380, Orakulität #10
Die Frage an das Internet Orakel lautete:
> Oh weises Orakel, > > ich habe gehoert, dass Pilzvergiftungen so gefaehrlich sein sollen. > Da ich schon immer ein Fan von Extremsportarten war, bitter erklaere > mir: Wie vergifte ich nun eigentlich so einen Pilz?
Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:
} Hoere, unwissender Supplikant, } } Da hast Du Dich wohl ein wenig verhoert. Pilzvergifting ist nur fuer } Weicheier, die sich daran erfreuen koennen, waldwandernden Senioren } den fliessenden Uebergang von der Gelenkstarre zur Leichenstarre zu } ermoeglichen. Der echte Hammer dagegen ist Pilsvergifting, und nur was } fuer Koenner: Der Thrill besteht darin, sich in dunkle Bars mit miesen } Typen zu schleichen, und diese lange genug von ihrem Bier abzulenken, } um ein uebelschmeckendes, aber geruchloses Pilsgift hineinzufuellen. } Anschliessend entfernt man sich, um drei bis dreissig Meter Vorsprung } zu haben, und ruft - sobald der ahnungslose Schlaegertyp das Getraenk } heruntergeschluckt hat - "Haha! Vergiftet!". Anschliessend gilt es, } schnell genug und lang genug wegzurennen, bis das Gift wirkt. } Wie deutlich wird, laesst sich der Schwierigkeitsgrad stufenlos } steigern, indem man den Vorsprung verringert, sich sportlichere Opfer } aussucht und die Giftkonzentration langsam senkt. Einige Extrem- } Pilser sind dazu uebergegangen, ueberhaupt kein Gift mehr zu verwenden, } und den Opfern direkt ins Bier zu spucken. Sie rechtfertigen das } durch ethische (keine Opfer), aesthetische (keine Leichen) und } materielle (keine Kosten) Gesichtspunkte. Dies ist Anfaengern aber nur } bedingt anzuraten, da auch der Vorsprung auf die Reaktionszeit des } Trinkers zusammenschrumpft. } } Viel Spass und Prost, } Dein Orakel, } inkarniert als Frido. } } Du schuldest dem Orakel einen Auftragsmor^H^H^Hsport.
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