Digest #380, Orakulität #1

Die Frage an das Internet Orakel lautete:

> Oh Du allwissenumfassendes Wesen, dessen Gehoern immer gut geputzt ist!
> 
> Kannst Du mir nicht einen Kurzkurs in Daenisch geben?
> 
> In groesster Dankbarkeit
> Deine Supplikantin

Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:

} Hoere, unwissende Supplikantin.
} 
} Eines musst Du ueber Daenen wissen: Sie sagen nie das was sie meinen und
} meinen nie das, was sie sagen. Um in Daenemark zu ueberleben, musst Du
} Dich also genauso verhalten. Gehe in einen Laden und bestelle Öl und
} Spisser. Wenn Du wider erwarten keine braune Fluessigkeit und
} gutbuergerliche Daenen bekommst, wuensche dem Verkaeufer einen guten Tak
} (oder, wenn er nicht so gut gelaufen ist, einen mange Tak) und
} bezahle. Zu diesem Zwecke solltest Du Dich vor der Reise mit Kronen
} und Ören eingedeckt haben (erhaeltlich beim Juwelier und im
} Naehwarenladen). Doch das kann teuer werden. Ich empfehle da eine
} Kreditkarte, denn bekanntlich spricht die Welt ja Visa.
} 
} Dein allwissendes Orakel.
} (inkarniert durch Frido)
} 
} _Demnaechst im Programm_______________________________________
} + Kurzkurs Visa: Die Welt verstehen lernen
} + Kurzkurs Russisch: Oder wer den Langlaufski erfunden hat.
} + Kurzkurs Franzoesisch: Auch mal die Sprache lernen.
} =============================================================

Digest #380, Orakulität #2

Die Frage an das Internet Orakel lautete:

> Stets weises Orakel,
> Futterer des Neugiers,
> 
> Warum stellen kleine Kinder immer die gleichen Fragen?

Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:

} Weil sie nie die gleichen Antworten darauf bekommen. Jedenfalls solange
} nicht, bis sie die Nervgrenze der Befragten erreicht haben.
} 
} Die kleinen Jungs bekommen dann immer nur eine Antwort ("Sei ein Mann und
} geh spielen!") Das zieht sich solange hin bis sie gross und Maenner werden,
} dann wollen sie auch immer nur das eine.
} 
} Die kleinen Maedels dagegen werden mit Rueckfragen abgespeist ("Wozu
} willst DU denn das wissen?") - worauf sie sich zu raetselhaften Frauen
} entwickeln.
} 
} Du schuldest dem Orakel eine Frage der anderen Art.

Digest #380, Orakulität #3

Die Frage an das Internet Orakel lautete:

> Oh allwissendes Orakel, bitte sag mir, warum ist das Zusammenleben zwischen
> Maenner und
> Frauen nur so kompliziert?

Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:

} Eine Frage, die sich immer mehr Menschen Deines Kulturkreises stellen.
} 
} Die Antwort ist natuerlich im Bereich der Kommunikation zu suchen.
} 
} Ich gebe es nicht gerne zu, doch es liegt an den Maennern, da Frauen fuer
} ihren Hormonhaushalt ja (noch) nicht verantwortlich gemacht werden koennen
} und somit ein wenig Verstaendnis von der anderen Seite fuer eine harmonische
} Beziehung ausreichen wuerde.
} 
} Doch ich will nicht alle Maenner in einen Topf werfen. Man kann sie
} relativ genau in drei Kategorien aufteilen:
} 
} Maenner der Kategorie A sagen zwar etwas zum richtigen Zeitpunkt, leider
} ist es nur das Falsche. Dabei haelt 'er' sich solange fuer den Traummann, von
} denen die Frauenzeitschriften immer berichten, bis 'sie' ploetzlich das
} Weite sucht.
} 
} Maenner, die eher in die Kategorie B fallen sagen genau das Richtige,
} leider nur zum falschen Zeitpunkt. 'Er' merkt dann auch erst nach Ende der
} Fussballsaison, dass sie nicht mehr da ist.
} 
} Und dann bleibt noch Kategorie C, unterteilbar in Kategorie Cr: die
} Maenner, die immer das Richtige zum richtigen Zeitpunkt sagen - die werden 
} schnell geheiratet, stehen auch kurzweilig nicht mehr dem freien Markt zur
} Verfuegung und fuehren ein glueckliches Leben, bis nach ihrem Tod die
} Erbstreitereien ausbrechen (schliesslich hatten sie ein so ausgeglichenes 
} Privatleben,
} dass sie die Mega-Karriere durchziehen konnten) und die Kategorie Cf:
} die Maenner, die immer zum falschen Zeitpunkt das Falsche sagen, was
} dann schon wieder so schnuckelig und mitleiderregend ist, dass sie
} schnell geheiratet werden, kurzweilig hoechstens aus Missverstaendnis
} dem freien Markt zur Verfuegung stehen, und sie fuehren ein unheimlich
} undurchschaubares, aber lustiges (fuer die verstehende Frau) Leben.
} 
} Was soll ich bei so einem ernsten Thema noch sagen: Ausnahmen beachten die
} Regel.

Digest #380, Orakulität #4

Die Frage an das Internet Orakel lautete:

> Oh Rakel, das Du in der Historie so bewandert bist, dass der
> Gipsabdruck Deiner Fussstapfen den Regierungssitz der Vereinigten
> Staaten bildet,
> 
> Ich lese hier gerade von einer Aussage des Apelles, von Plinius
> ueberliefert: "Kein Tag ohne einen Strich." Nun fragte ich mich doch,
> ob das mit dem niedrigen Lebensalter der antiken Menschen zu tun hat.
> 
> Untertaenigst, Dein Suplpikant.

Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:

} Oh zu erleuchtender Supplikant,
} 
} im Grunde beruht das Ganze nur auf der erstaunlichen Menschenkenntnis,
} die sich Plinius im Laufe seines Lebens angeeignet hat. Nehmen wir, um
} dies zu verdeutlichen, mal den ganz normalen Tag eines
} Durchschnittsroemers und, um es nicht zu einfach zu machen, klammern wir
} den Beruf Schreiber (der den ganzen Tag nichts anderes macht als Striche
} zu Papyrus zu bringen oder sie in Marmor o. ae. zu meisseln) und das
} horizontale Gewerbe (obwohl der Strich damals sicher noch nicht so hiess)
} aus:
} 
} Ein anstaendiger Roemer, der was auf sich haelt, wuerfelt natuerlich gerne,
} und wie werden da die Punkte gezaehlt? Na klar, die machen Strichlisten ...
} Welcher einfache Buerger macht sich schon die Muehe, XVII und IV mit
} roemischen Zahlzeichen zu addieren? Mal abgesehen davon, dass auch die
} nur aus Strichen bestehen ...
} Nachdem er also diesmal gluecklich gewonnen hat, moechte er zur Feier des
} Tages seinen Gewinn dafuer verwenden, sich mal das Thermalbad von innen
} anzusehen und auch zu benutzen ... schon im Eingangsbereich kommt ihm
} aber der Thermae-Besitzer entgegen und macht ihm einen Strich durch die
} Rechnung, naemlich schmeisst ihn raus ... der war der Verlierer des
} Wuerfelspiels vorhin ...
} Leicht genervt, kehrt unser Roemer also nach Hause in seine grosszuegige Ein-
} Zimmer-Wohnung in einer typischen roemischen insula zurueck und muss nun
} zu allem Ueberdruss noch feststellen, dass der Hausbesitzer allen Bewohnern
} auferlegt hat, ihren Wohnungen einen neuen Anstrich zu verpassen ...
} Und nach so einem Tag, werter Supplikant, seien wir doch mal ganz ehrlich,
} haette auch ich die Nase ge-stri-chen voll.
} 
} Wie Du also siehst, das Leben besteht nur aus Strichen ... Plinius hat hier
} nur Wissen niedergelegt, was damals allgemein bekannt war.
} 
} Du schuldest dem Orakel einen vierseitigen Wuerfel, ein Ticket fuers
} Schwimmbad, einen Eimer weisse Wandfarbe und ein Taschentuch. Und
} vielleicht die Komplettausgabe von Plinius.
} 
} Das Orakel, inkarniert als Hesso
} 
} PS an den werten Lateiner: Das heisst Supplikant (von supplicare), und einen
} Appell schreibt man, weil von ad-pellere, immer noch mit zwei p. Lasse ich
} aber wegen dem netten Bild mit den Vereinigten Staaten nochmal
} durchgehen.

Digest #380, Orakulität #5

Die Frage an das Internet Orakel lautete:

> > Liebes Orakel,
> 
> sage mir bitte dringend, wie die Erfinder des Usenets mit Vor - und
> Nachnamen heissen

Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:

} 1,1 Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.
} 
} 1,2 Und die Erde war wuest und leer, und Finsternis war ueber
} der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte ueber den Wassern.
} 1,3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht.
} 1,4 Und Gott sah das Licht, dass es gut war; und Gott schied das
} Licht von der Finsternis.
} 1,5 Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er
} Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag.
} 
} 1,6 Und Gott sprach: Es werde eine Woelbung mitten in den Wassern, und
} es sei eine Scheidung zwischen den Wassern und den Wassern!
} 1,7 Und Gott machte die Woelbung und schied die Wasser, die unterhalb
} der Woelbung von den Wassern, die oberhalb der Woelbung waren. Und es
} geschah so.
} 1,8 Und Gott nannte die Woelbung Himmel. Und es wurde Abend, und es
} wurde Morgen: ein zweiter Tag.
} 
} 1,9 Und Gott sprach: Es sollen sich die Wasser unterhalb des Himmels
} an einen Ort sammeln, und es werde das Trockene sichtbar! Und es
} geschah so.
} 1,10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Ansammlung der Wasser
} nannte er Meere. Und Gott sah, dass es gut war.
} 1,11 Und Gott sprach: Die Erde lasse Gras hervorsprossen, Kraut, das
} Samen hervorbringt, Fruchtbaeume, die auf der Erde Fruechte tragen nach
} ihrer Art, in denen ihr Same ist! Und es geschah so.
} 1,12 Und die Erde brachte Gras hervor, Kraut, das Samen hervorbringt
} nach seiner Art, und Baeume, die Fruechte tragen, in denen ihr Same ist
} nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war.
} 1,13 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein dritter Tag.
} 
} 1,14 Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Woelbung des Himmels
} werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie sollen dienen
} als Zeichen und [zur Bestimmung von] Zeiten und Tagen und Jahren;
} 1,15 und sie sollen als Lichter an der Woelbung des Himmels dienen, um
} auf die Erde zu leuchten! Und es geschah so.
} 1,16 Und Gott machte die beiden grossen Lichter: das groessere Licht zur
} Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der
} Nacht und die Sterne.
} 1,17 Und Gott setzte sie an die Woelbung des Himmels, ueber die Erde zu
} leuchten
} 1,18 und zu herrschen ueber den Tag und ueber die Nacht und zwischen
} dem Licht und der Finsternis zu scheiden. Und Gott sah, dass es gut
} war.
} 1,19 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein vierter Tag.
} 
} 1,20 Und Gott sprach: Es sollen die Wasser vom Gewimmel lebender
} Wesen wimmeln, und Voegel sollen ueber der Erde fliegen unter der
} Woelbung des Himmels!
} 1,21 Und Gott schuf die grossen Seeungeheuer und alle sich regenden
} lebenden Wesen, von denen die Wasser wimmeln, nach ihrer Art, und
} alle gefluegelten Voegel nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war.
} 1,22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und vermehrt
} euch, und fuellt das Wasser in den Meeren, und die Voegel sollen sich
} vermehren auf der Erde!
} 1,23 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein fuenfter Tag.
} 
} 1,24 Und Gott sprach: Die Erde bringe lebende Wesen hervor nach ihrer
} Art: Vieh und kriechende Tiere und [wilde] Tiere der Erde nach ihrer
} Art! Und es geschah so.
} 1,25 Und Gott machte die [wilden] Tiere der Erde nach ihrer Art und
} das Vieh nach seiner Art und alle kriechenden Tiere auf dem Erdboden
} nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war.
} 1,26 Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns
} aehnlich! Sie sollen herrschen ueber die Fische des Meeres und ueber die
} Voegel des Himmels und ueber das Vieh und ueber die ganze Erde und ueber
} alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen!
} 1,27 Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild
} Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.
} 1,28 Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar
} und vermehrt euch, und fuellt die Erde, und macht sie [euch] untertan;
} und herrscht ueber die Fische des Meeres und ueber die Voegel des
} Himmels und ueber alle Tiere, die sich auf der Erde regen!
} 1,29 Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles samentragende Kraut
} gegeben, das auf der Flaeche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an
} dem samentragende Baumfrucht ist: es soll euch zur Nahrung dienen;
} 1,30 aber allen Tieren der Erde und allen Voegeln des Himmels und
} allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seele ist,
} [habe ich] alles gruene Kraut zur Speise [gegeben].
} 1,31 Und es geschah so. Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und
} siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der
} sechste Tag.
} 
} 1,32 Und Gott nuschelte in seinen Bart: ischdochganschnett. Und so
} entstand das Usenet. Und das war ein Fehler, denn auf einmal fingen
} die Menschen an, sich in ihren Wohnungen einzusperren, und die Nacht
} zum Tag zu machen. Und den Tag zur Nacht.
} 1,33 Und den Himmel bekamen sie nie wieder zu Gesicht. Und das Wasser
} bekamen sie nie wieder zu Gesicht. Und die Realitaet[tm] wurde zu
} einem Wort und vom Wort zum Gedanken und vom Gedanken zum Nichts. Und
} niemand, ausser dem Menschen in de.talk.bizarre bemerkte das ueberhaupt.
} 1,34 Und all das Kraut, und das Gras, und die Baeume und ihre Samen
} bekamen sie nie wieder zu Gesicht. Und sie schufen ihre eigenen
} Baumstrukturen im Usenet und erfreuten sich daran. Und die Leute in
} de.alt.talk.kasper ganz besonders.
} 1,35 Und die Sterne, und die Sonne, und den Mond bekamen sie nie
} wieder zu Gesicht. Und sie tippten ihre eigenen Sterne, um zu Plonken
} und zu Z*tten, als Wildcard, um B**l*f*ld-Diskussionen vor IHNEN zu
} verstecken und fuer alt.ascii-art sowieso.
} 1,36 Und sie bekamen die Tiere im Wasser und in der Luft nie wieder
} zu Gesicht. Und es entstanden Diskussionen in de.comp.advocacy um
} Voegel, die im Wasser Leben und um Fenster. Und weil mit der Zeit die
} Fenster abgeschafft wurden, sah niemand nach draussen um die Voegel und
} die Tiere im Wasser zu betrachten.
} 1,37 Und die bekamen die Tiere der Erde und die Baumfruechte nie
} wieder zu Gesicht. Und anstatt die Fruechte der Baeume zu essen,
} bestellten sie Pizza, legten sich die Tiere in Scheiben darauf und
} lasen de.rec.mampf.
} 1,38 Und sie bekamen die anderen Menschen nie wieder zu Gesicht. Und
} sie waren nicht fruchtbar und mehrten sich nicht, und diskutierten
} dafuer um so mehr in de.talk.liebesakt.
} 1,39 Und als Gott sprach: "So war das aber nicht gedacht!", verwiesen
} die ihn auf de.newusers.* und de.alt.flame und diskutierten ihn in
} Grund und Boden, bis er in einem Logikwoelkchen verpuffte.
} 1,40 Und sie schufen ihr eigenes allwissendes und unsterbliches Wesen
} in de.rec.orakel und auch wenn dessen Charakter ein wenig
} wankelmuetiger ist, so erfreuten sie sich doch daran, denn sie konnten
} ihm eine eMail schreiben und mussten die Haende nicht zum Beten von der
} Tastatur nehmen.
} 1,41 Und sie sahen, dass es gut war.
} 
} Dein allwissendes und unsterbliches Orakel,
} inkarniert als Frido.
} 
} Du schuldest dem Orakel, auch den Rest der Geschichte der Aktualitaet
} anzupassen.

Digest #380, Orakulität #6

Die Frage an das Internet Orakel lautete:

> Hi,
> 
> oh  grosses,  artiges  und  grossartiges  Orakel! Ich schaetze dich,
> deine  Juenger und mich selbst. Du bist unabdingbar, wenn es darum
> geht,  die  taeglichen Banalitaeten aufzuklaeren, Wissenschaftler zu
> foppen  und  die  Situationen  zu  huldigen, denen etwas bizarres
> anhaftet.   Nun,   grosses   Orakel,   habe   ich  eine  fuer  mich
> unentbehrliche   Frage,   auf   die  ich  eine  hoffentlich  noch
> unentbehrlichere Antwort bekomme.
> 
> Ich   bastele   an  Webseiten;  Seiten,  auf  denen  sich  Firmen
> praesentieren,  die  mir  Geld  zahlen, damit ich sie peaesentieren
> darf.  Bisher  mit  nur  durchschnittlichem  erfolg.  Jetzt,  der
> Kindheit   entwachsen,  moechte  ich  mich  endlichen  den  grossen
> Herausforderungen stellen. Wird es mir gelingen, die Pixelpark's,
> id-media's  und  all  die anderen stuemperhaften Hohlkoepfe aus dem
> Weg zu schlagen und mir den meinen zu bahnen?
> 
> Vielen Dank fuer deine ehrliche Antwort, oh grosses Orakel.

Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:

} Hoere mich an, unwuerdiger Supplikant,
} 
} es ist im Grunde ganz einfach, mit dem stupidem Erstellen von Webseiten jede
} Menge Kohle zu machen! Fang am besten in deiner Nachbarschaft an, weite dich
} dann auf die Stadt aus, und von dort kannst du dann bald das Land und
} vieleicht sogar die Welt erobern. Du musst dabei nur nach einem einfachem
} Prinzip handeln:
} 
} Suche dir irgendjemand, der keine Ahnung vom Internet hat. Am besten sind
} hierfuer alte Menschen und Frauen geeignet. Es koennen auch kleine Betriebe
} wie die Eisdiele um die Ecke oder die Grundschule aus dem Nachbarsdorf sein.
} Wichtig ist nur, dass deine zukuenftigen Kunden nichts, aber auch rein
} garnichts mit dem Internet oder mit Computern zu tun haben.
} 
} Nun musst du den Kunden davon ueberzeugen, dass es heutzutage ein Muss ist,
} eine Internetpraesenz zu haben, um der Welt sein Hobby, seine Firma oder
} sein Magengeschwuer zu zeigen. Benutze dabei moeglichst viele Fremdwoerter,
} das beeindruckt garantiert!
} 
} Wenn deine Opfer^W^WKunden eingewilligt haben, laesst du dir von ihnen alle
} moeglichen Daten zu ihrer Person oder Firma geben. Nicht dass du die spaeter
} brauchen wuerdest, aber es gibt den Kunden ein gutes Gefuehl, dass sich
} irgendjemand fuer ihr langweiliges Leben interessiert.
} 
} Nun schmeisst du den ganzen Muell weg, bis auf die Anschrift und evt. ein
} Foto des Betroffenden - aehh Betreffenden. Jetzt faengt die Programmierung
} an. Dazu gehst du auf die Adresse <http://giga.de/>. Suche hier nach den
} Webtipps und lasse dich von den vorgestellten Seiten inspirieren. Du wirst
} schnell merken, dass eine erfolgreiche Website dem Prinzip "Inhalt ist
} umgekehrt proportional zur Ladezeit der Flash-Animationen" folgt. Kopiere
} jetzt den Quelltext der Seite, die dir am besten gefallen hat und arbeite
} die Anschrift und evt. ein vorhandenes Foto deines Kunden ein.
} 
} Dann noch einen manipulierten Counter drauf, bei FreeDoms eine tolle Domain
} reservieren (mit Umleitung zu GeoCities) und du bist fertig.
} 
} Jetzt dem Kunden noch die Rechnung schicken (hier auch wieder viele
} Fremdwoerter benutzen). Wenn ein Kunde doch noch Fragen haben sollte, sag
} ihm, er solle morgen mal die Kundenhotline (deine Telefonnummer) anrufen und
} nach dem "Kundenservice" fragen. Du verstellst dann am Telefon die Stimme
} und sagst "Bitte warten, Sie werden verbunden". Dann legst du den Hoerer
} fuer ein paar Minuten weg und wiederholst das Prozedere so lange, bis der
} Kunde auflegt. Er wird dann glauben, es mit professionellen Leuten zu tun
} gehabt zu haben.
} 
} Du schuldest dem Orakel, inkarniert als Jaywalker, die Olymp.org-Seite neu
} zu gestalten.

Digest #380, Orakulität #7

Die Frage an das Internet Orakel lautete:

> Oh Ehrwuerdiges Orakel !!!!!!!!!!
> 
> Ich weiss weder ein noch aus, aber du bist meine letzte Hoffnung, ohne dich
> waehre ich verlohren.
> 
> Meine WICHTIGE Frage:
> Sind Nadeldrucker mit nadelnden Weihnachtsbaeumen verwand?
> Und warum sind Tintenstrahldrucker so wasserempfindlich, wo doch
> Tintenfische im Wasser leben?
> 
> 
> Ich verlasse mich auf deine Antwort und stehe fuer immer in derner Schuld!
> 
>                  DEIN EHRWUeRDIGER DIENER

Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:

} Mein lieber Untertan,
} 
} zu Deinen Fragen:
} 
} 1.)
} Nadeldrucker sind NICHT verwand mit Nadelbaeumen (Weihnachtsbaeumen).
} Das hat einen einfachen Grund, trotzdem muss ich etwas weiter ausholen,
} damit es Dir hoffentlich plausibler erscheint. Fuer bekanntlich sind Nadeln
} von Nadelbaumen gruen, aus komplexen organischen Verbindungen, relativ gross
} dimensioniert und bei alten Weihnachtsbaeumen dementsprechend trocken. Zum
} anderen sind Nadeln von Nadeldruckern silbrig glaenzend, aus anorganischem
} Metall und transportieren eine eher feuchte Fluessigkeit.
} Ich habe die gruenen Nadelbaumnadeln erschaffen, damit sie rote Punkte
} oder Streifen ergeben, wenn sich mit menschlicher Haut in innigen Kontakt
} treten. Das sieht witzig aus, und genau aus diesem Grund sind fuer gewoehnlich
} Weihnachtsmaenner rot bekleidet (das verdeckt den sowieso blutrot
} ueberstroemten Weihnachtsmannkoerper und hat hygienische Gruende).
} Die Nadeldruckernadeln sind etwas langweiliger geworden erfuellen trotzdem
} ihren Zweck, wenn sie mit einer Geschwindigkeit (die sehr gut ist) zuerst
} auf (bunte) Gewebebaender, dann auf Celluloseflaechen herumstochern. Das tut
} auch diesen weh, wird jedoch von euch Sterblichen mit arrogantester Arroganz
} ignoriert. Um die Nadelstecheropfer zu befreien, habe ich uebrigens die
} naechste Generation an Druckern erfunden. Den Tintenstrahldrucker.
} Demnach zu Deiner zweiten Frage.
} 
} 2.)
} Tintenstrahldrucker sind NICHT wasserempfinlich und haben mit
} Tintenfischen NICHT das allergeringste zu tun.
} Tintenstrahldrucker sind wie gesagt die naechste Generation von Druckern,
} damit Ihr Sterblichen seit Johann Gensfleisch zum Gutenberg nicht immer
} alles von Hand aufs Papier bringen muesst.
} Sie sind deswegen nicht so wasserempfindlich, da sie ja sowieso mit
} Fluessigkeiten schiessen, die einen nicht zu unterschaetzenden Wassergehalt 
} haben. Da sind eher Tintenfische wasserempfindlicher, da sie fuer gewoehnlich
} unter Wasser ihre Tinte in aeusserst wirren Mustern verspritzen und das sogar
} nur in einer Farbe.
} 
} Ich hoffe, Dein Hirn ein wenig erleuchtet zu haben, und dass Du nicht so
} ein Nadeldruckermasochist sein magst.
} 
} Du schuldest dem Orakel eine vom Weihnachtsmann von Hand geschriebene
} Bibel aus dem 15. Jahrhundert und einen Tintenfischsalat.

Digest #380, Orakulität #8

Die Frage an das Internet Orakel lautete:

> Oh geographisches Orakel, das Du die ganze Erde wie Deine
> Westentasche kennst, so beantworte mir doch bitte meine Frage:
> 
> Neulich hoerte ich von einem Land namens Utopia. In diesem Land
> sollte alles perfekt sein. Das ideale Urlaubsland, dachte ich
> mir, und bin sogleich zum naechsten Reisebuero gelaufen, um einen
> Urlaub dort zu buchen. Die Dame im Reisebuero hat mir
> allerdings keine Reise dorthin verkaufen wollen, und irgendwie
> hat sie mich so behandelt, als sei ich nicht ganz normal.
> Deshalb wuesste ich jetzt gerne von Dir: Warum wollte man mir
> im Reisebero keine Reise ach Utopia verkaufen? Und wie komme
> ich doch noch dorthin?

Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:

} Hoere, reisefreudiger Supplikant,
} 
} Der Tourismusbetrieb nach Utopia wurde vor gut einem halben Jahr
} eingestellt, nachdem die zweite, potentielle Urlaubergeneration die
} Berichte der ersten gehoert hat. Kannst Du Dir vorstellen, wie
} demuetigend es ist, als langweiliger, normal aussehender, Bermudashort-
} Tourist auf einem perfekten Strand zu liegen, um Dich herum nur
} perfekte Leute, die, ihren perfekten Partner im Arm habend, mitleidig
} auf Dich herunterschauen. Du traust Dich nicht mehr in die Disco, wo
} perfekte DJs perfekten Taenzern perfekte Musik auflegen, ebensowenig
} an dem Pool, wo perfekte Athleten perfekte Turmspruenge hinlegen und
} ihre perfekt gebraeunten Koerper noch ein wenig perfekter zu
} schattieren. Ziehst Du Dich dann in Dein perfektes Hotelzimmer
} zurueck, siehst Du gerade noch, wie Dein perfektes Mittagessen von
} perfekten Termiten abtransportiert wird. Nach einem verzweifelten
} Sprung aus dem perfekten Fenster, landest Du weich im Fangtuch der
} perfekten Rettungsleute mit dem schrecklichen Bewusstsein, dass Du
} diesen Horror noch perfekte vier Wochen lang aushalten musst. Und
} keine Chance zu entkommen, denn den perfekten Selbstmord gibt es
} selbst in Utopia noch nicht.
} Aber vielen Dank fuer den Tipp..
} 
} Das allwissende (und perfekte) Orakel,
} inkarniert durch seine Urlaubsvertretung Frido.
} 
} Du schuldest dem Orakel, bei seinem Dia-Abend dabei zu sein.

Digest #380, Orakulität #9

Die Frage an das Internet Orakel lautete:

> Oh Rakel, das Du in allen Wissenschaften dieser Welt bewandert bist,
> und das Du die Paradoxa dieser Welt zum Fruehstueck verspeist,
> 
> der Reduktionistische Ansatz in der Intelligenzforschung geht davon
> aus, dass sich saemtliche Phaenomene, die das Bewusstsein und den Geist
> darstellen, durch biologische Vorgaenge erklaert werden koennen. Die
> Biologie geht weiterhin davon aus, dass die biologischen und
> chemischen Prozesse im Koerper durch die zugrundeliegende Physik
> verstaendlich werden. Nun haben die Physiker aber vor gar nicht
> allzulanger Zeit entdeckt, dass physikalische Vorgaenge auf der
> Quantenebene stark vom Beobachter, also von dem wahrnehmenden Wesen,
> das ein Bewusst-Sein besitzen muss, abhaengen. Wie soll man da nur zu
> einem Ergebnis kommen, was Geist und Intelligenz eigentlich sind?
> 
> Dein ratloser Supplikant.

Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:

} Mit einem anderen als dem Reduktionistischen Ansatz?
} 
} Es gibt (zumindest) zwei Bereiche, mit denen die Physik nicht
} besonders gut umgehen kann: Das eine ist die Information. Fuer
} einen Physiker sind Buecher genaugenommen nicht mehr als
} Zellulose mit Druckerschwaerze drauf. Physikalisch gibt es
} keinen Unterschied, ob man ein Buch von Karl Marx oder eines
} von Karl May von einem Turm fallen laesst, wichtig ist fuer den
} Physiker nur, dass es auch unten ankommt.
} 
} Das Zweite, was den Physikern schwer zu schaffen macht, ist die
} Chaostheorie. Eigentlich sind ja alle Faktoren, die bei einer
} Lottoziehung eine Rolle spielen, bekannt, aber trotzdem gibt es
} keine ueberdurchschnittlich hohe Zahl an Physikern unter den
} Lottogewinnern. Aehnlich verhaelt sich neben dem Wetter auch
} noch das menschliche Gehirn. Es ist nicht moeglich, die
} Vorgaenge, die sich beim Denken abspielen, auch nur ansatzweise
} nachzuvollziehen. Auch die Quantenphysik spielt dabei eine
} nicht unerhebliche Rolle, weshalb man die zum Denken fuehrenden
} Vorgange ohnehin nicht bis ins letzte Detail nachvollziehen kann,
} das verhindert schon die Unschaerferelation.
} 
} Deshalb wuerde ich den Redutionistischen Ansatz verwerfen, und
} einen eher pragmatischen Ansatz waehlen:
} 
} * Das Orakel ist unendlich intelligent.
} * Je mehr jemand einer Meinung mit dem Orakel ist, desto
}   intelligenter ist er.
} 
} So gesehen kann man die Orakel-Digests als praktische
} Intelligenztests betrachten.
} 
} Zum Schluss moechte ich Dich noch vor einem haufigen Trugschluss
} bewahren. William Faulkner hat behauptet: "Intelligenz ist die
} Faehigkeit, seine Umgebung zu akzeptieren."
} 
} Den Fehler in dieser Ueberlegung hat Wieslaw Brudzinski aufgedeckt:
} "Intelligenz, behaupten die Intelligenten, ist die Faehigkeit, sich
} der Situation anzupassen. Wenn Du ein Buch verkehrt in die Hand genommen
} hast, lerne, es verkehrt zu lesen.
} 
} Du schuldest dem Orakel, inkarniert als LvQ, die praktische Mitarbeit
} am naechsten Orakel-Intelligenztest.

Digest #380, Orakulität #10

Die Frage an das Internet Orakel lautete:

> Oh weises Orakel,
> 
> ich habe gehoert, dass Pilzvergiftungen so gefaehrlich sein sollen.
> Da ich schon immer ein Fan von Extremsportarten war, bitter erklaere
> mir: Wie vergifte ich nun eigentlich so einen Pilz?

Und dies war die Antwort, die das Orakel gab:

} Hoere, unwissender Supplikant,
} 
} Da hast Du Dich wohl ein wenig verhoert. Pilzvergifting ist nur fuer
} Weicheier, die sich daran erfreuen koennen, waldwandernden Senioren
} den fliessenden Uebergang von der Gelenkstarre zur Leichenstarre zu
} ermoeglichen. Der echte Hammer dagegen ist Pilsvergifting, und nur was
} fuer Koenner: Der Thrill besteht darin, sich in dunkle Bars mit miesen
} Typen zu schleichen, und diese lange genug von ihrem Bier abzulenken,
} um ein uebelschmeckendes, aber geruchloses Pilsgift hineinzufuellen.
} Anschliessend entfernt man sich, um drei bis dreissig Meter Vorsprung
} zu haben, und ruft - sobald der ahnungslose Schlaegertyp das Getraenk
} heruntergeschluckt hat - "Haha! Vergiftet!". Anschliessend gilt es,
} schnell genug und lang genug wegzurennen, bis das Gift wirkt.
} Wie deutlich wird, laesst sich der Schwierigkeitsgrad stufenlos
} steigern, indem man den Vorsprung verringert, sich sportlichere Opfer
} aussucht und die Giftkonzentration langsam senkt. Einige Extrem-
} Pilser sind dazu uebergegangen, ueberhaupt kein Gift mehr zu verwenden,
} und den Opfern direkt ins Bier zu spucken. Sie rechtfertigen das
} durch ethische (keine Opfer), aesthetische (keine Leichen) und
} materielle (keine Kosten) Gesichtspunkte. Dies ist Anfaengern aber nur
} bedingt anzuraten, da auch der Vorsprung auf die Reaktionszeit des
} Trinkers zusammenschrumpft.
} 
} Viel Spass und Prost,
} Dein Orakel,
} inkarniert als Frido.
} 
} Du schuldest dem Orakel einen Auftragsmor^H^H^Hsport.

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